Verbrechen und die Reaktionen im Netz "Pranger" ist nicht gleich Pranger

Jemand hat das Foto eines Mannes ins Netz gestellt, der eine Frau angegriffen hatte. Ist so etwas okay? In seinem Podcast diskutiert Sascha Lobo über Social-Media-Notwehr und den Umgang mit Gewalttaten.

Smartphone mit verschiedenen Social-Media-Apps
DPA

Smartphone mit verschiedenen Social-Media-Apps


Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #78 - Umgang mit Gewalttaten: Ja zur privaten Social-Media-Notwehr!

Wer jemanden attackiert, erst recht vor Zeugen, muss im Smartphone-Zeitalter damit rechnen, im Netz bloßgestellt werden. Im Podcast zu seiner jüngsten Kolumne geht Sascha Lobo der Frage nach, ob es eine Social-Media-Notwehr gibt und was ein solches Phänomen für die Gesellschaft bedeuten würde. Zu Wort kommen dabei neben Lobos Lesern die feministische Publizistin Nicole Schöndorfer und "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk.

In seinem Text "Ja zur privaten Social-Media-Notwehr!" hatte Lobo geschrieben, dass in den Köpfen vieler Menschen ein Täterschutzreflex verankert sei - das jedenfalls sei seine Erfahrung aus der intensiven Beobachtung sozialer Medien. Mit Schlagwörtern wie "Pranger" und "Unschuldsvermutung" werde auffallend oft versucht, verbale Schutzwälle um mutmaßliche Täter zu bauen.

Anlass für die Debatte über den Umgang mit Gewalttaten ist ein Fall aus Österreich, den Sascha Lobo in seinem Text folgendermaßen skizziert hatte: "Ein Mann hat in sozialen Medien das Foto eines gewalttätigen Typen veröffentlicht, der eine Frau angegriffen hatte. Mit der Veröffentlichung wollte er andere Frauen warnen."

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insgesamt 21 Beiträge
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spon_4_me 10.02.2019
1. Schade.
Herr Lobo hat in meinen Ohren keinen von den Punkten oder Gegenentwürfen seiner Kritiker verstanden oder erwogen. Sein Verständnis rechtsstaatlicher Konzepte ist erschreckend rudimentär. Die Debatte, die er starten möchte über eine Verschiebung des privaten und des öffentlichen Raums ist sicher notwendig. Aber - und ich sage das mit aller Erschütterung eines kritischen, doch regelmäßigen Lesers - er ist dazu möglichweise nicht intelligent (in der mehrfachen Bedeutung des Wortes) genug.
TLB 10.02.2019
2.
Lobo erwähnt zwar häufig, dass er eine Debatte führen möchte und er spricht von Ambiguität, meiner Meinung nach möchte er aber einfach nur recht haben und er hört nicht zu. Zur Form: Das Wort "Jagung" gibt´s im Deutschen nicht, es heißt Jagd. Lobos Bestreben nach Originalität führt eher zur Ablenkung vom Thema. Schade
dasfred 10.02.2019
3. Tja Sascha, das Internet als Waffe
Genau darum geht es. Der Täterschutzreflex ist eine Erfindung von Frauen, die sich was in den Kopf setzen und dann beleidigt sind, weil sie ihren Willen nicht bekommen. In ihrer Kolumne sind nur Männer Täter und nur Frauen Opfer. Was sie als Täterschutzreflex identifizieren ist nur der berechtigte Zweifel. Gerade Intrigen und Verleumdung sind eine Spezialität von Frauen. Eine enttäuschte Frau geht seltener mit physischer Gewalt gegen den Ex vor als ein Mann. Dafür kennt sie subtile Formen psychischer Gewalt. Und an dieser Stelle möchte Herr Lobo den Frauen eine Waffe in die Hand geben, um nicht wirklich zu aufzuklären und sich zu wehren, sondern um ihre Rache auszuüben. Ich fand den ersten Gesprächspartner sehr überzeugend, während die Dame im zweiten Teil eine vollkommen undifferenzierte Wahrnehmung vertritt. Wenn eine Frau die Behauptung aufstellt, ihr sei ein Leid geschehen, dann muss diese Behauptung ungeprüft geglaubt werden. Wer das nicht tut ist ein Täterschützer. Auch der Fall Siggi Maurer ist bezeichnend. Sie hat eben nicht geprüfte Fakten veröffentlicht, sondern die Beleidigung unbeweisbar jemandem konkret zugeschrieben. Das ist zum Beispiel eine typische Opferhandlung. Mir ist böses geschehen und ich will Rache. Jetzt hat das Opfer eine Waffe, glaubt aber nur, dass es den Richtigen trifft. Wenn dieser aber unschuldig ist, ist er bereits zerstört. Wir regen uns zurecht über Amerikaner auf die in manchen Bundesstaaten jeden über den Haufen schießen dürfen, der ihr Grundstück betritt. Wir sind stolz auf unser relativ strenges Waffenrecht. Herr Lobo will unser Internet Waffenrecht aber nicht verbessern sondern extrem Lockern. Man stelle sich vor, eine Frau postet bei Facebook, sie ist sexuell belästigt worden von einem Mann, bei dem sie sich nur noch an die rote Irokesen Frisur erinnert und die Leute mögen doch im Internet nach Fotos suchen und alle Verdächtigen der Polizei melden. Dann fällt mir jemand ein, der dann kaum noch zum Schreiben kommt.
shrufu 10.02.2019
4. @dasfred
Sie labern echt so ein Quatsch ich wunder mich das es überhaupt durchkommt.. natürlich gibt es mindestens stellenweise einen Täterschutzreflex (bei ihnen vermute ich sogar einfach nur Frauenhass vllt sogar in Form einer Störung) es gibt nur eben auch eine wie ich finde ausgeprägte Sicht das wir Normalbürger nicht darüber entscheiden sollten wer in welchem Maß verurteilt werden sollte... Sie sollten zb mMn nie über eine Frau urteilen dürfen.. und es gerade in sozialen Medien radikale Verurteilungen gibt und hochgeschaukelte Prozesse.. zb weiß ich nicht ob sie auf einmal ihre Klischees und antihaltung ablegen würden wenn ein Menschenleben davon direkt vor ihren Augen davon abhinge (wohl auch aus diesen Grund sind Gesetze und Strafmaße festgestellt) so wie absolut vernachlässigte Fälle. Was sie eben gemacht haben ist allen Frauen vorgeworfen sie hätten im Sinn irgendwem zu unterdrücken.. damit zeigen sie mir sie verstehen weder manche Situationen und Erlebnisse von vielen Frauen und fühlen sich bedroht in ihrer Art.. was sie mMn auch sollten. Würde ich sie persönlich kennen könnte ich sie nicht akzeptieren und es würde ungemütlich.
MatthiasPetersbach 10.02.2019
5.
"Ein Mann hat in sozialen Medien das Foto eines gewalttätigen Typen veröffentlicht, der eine Frau angegriffen hatte. Mit der Veröffentlichung wollte er andere Frauen warnen." Ja, ja. Tut mir leid - wenn der Mann, der Frauen angreift, nicht verurteilt wird oder ist, dann ist der erstmal unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils. Und selbst ein verurteilter Mensch hat Rechte. Und das ist jetzt nicht TÄTERSCHUTZ, sondern Schutz der Demokratie und der Zivilisation vor Verrohung und wahlloser Selbstjustiz. Denn die Absicht des Veröffentlicheres ist es ja mitnichten, daß er da jemand WARNEN will - der will sich da wichtig machen und sich einen runterholen dabei. Und ob diese "Warnung" von jemand gebraucht wird, sei auch mal dahingestellt - es gibt ja auch noch erwachsene Leute in unserem Land. Krieg ich jetz demnächst als Autobesitzer ne Liste von allen Autodieben, die der "Wohlmeinende" so kennt? Nein, das geht einfach nicht.
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