Kampf um die Merkel-Nachfolge Wer wählt wen?

AKK, Merz oder Spahn? Einige prominente CDU-Politiker haben ihre Favoriten für die Merkel-Nachfolge bereits benannt. Andere halten sich auffällig bedeckt. Der Überblick.

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v. li.)
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Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v. li.)

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Am Freitag entscheiden die 1.001 Delegierten auf dem CDU-Parteitag in Hamburg, wer Angela Merkel als Parteivorsitzende ablösen wird: Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Jens Spahn (hören Sie dazu den Podcast "Stimmenfang").

Kurz davor hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble kritisiert. Dass Schäuble eine Wahlempfehlung für den Kandidaten Friedrich Merz abgegeben habe, habe ihn überrascht, sagte er der "Rheinischen Post". Und legte sogleich selbst nach: "Da Wolfgang Schäuble nun den Damm gebrochen hat, kann ich sagen: Ich bin überzeugt, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer die beste Chance haben, die CDU zu einen und Wahlen zu gewinnen."

Stimmenfang Podcast #77 - Endlich streiten die mal - Wie der Wettstreit um den CDU-Vorsitz die Partei befreit hat

Nicht nur Schäuble und Altmaier haben öffentlich über ihre Favoriten gesprochen. Obwohl die Wahl am Freitag geheim ist, haben sich auch andere prominente CDU-Politiker vorab bekannt.

Dies sind die Kandidaten und ihre Fürsprecher:

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer

  • Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister

"Ich bin überzeugt, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer die beste Chance haben, die CDU zu einen und Wahlen zu gewinnen." (in der "Rheinischen Post")

  • Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holstein

"Sie hat ihren Job als Generalsekretärin ausgesprochen gut gemacht."

  • Thomas de Maizière, Ex-Bundesinnenminister

"Sie ist regierungserfahren, hat Wahlen gewonnen, sie ist hart, sie war Innenministerin, sie weiß sich durchzusetzen und hat ein soziales Herz." (in der "Sächsischen Zeitung")

  • Norbert Blüm, ehemaliger Sozialminister

"Sie kann die Partei am besten zusammenhalten." (in der "Zeit")

  • Tobias Hans, saarländischer Ministerpräsident

"Sie kann Wahlen gewinnen, sie kann die Partei motivieren. Das ist das, was wir brauchen. Außerdem schadet es nichts, wenn es weiterhin einen guten Draht zwischen der Parteizentrale und dem Kanzleramt gibt." (in der "Welt")

  • Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen

"Ich werde in Hamburg Annegret Kramp-Karrenbauer wählen, weil ich möchte, dass die CDU eine Volkspartei bleibt mit Chancen auf Wahlergebnisse in Richtung 40 Prozent." (in der "Rheinischen Post")

  • Annette Schavan, Ex-Bundesbildungsministerin

"Ich wünsche mir eine Siegerin." (in der "Stuttgarter Zeitung")

  • Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen-Union

"Sie hat bewiesen, dass sie Wahlen gewinnen kann: Sie hat die 40-Prozent-Marke für die CDU im Saarland auch in schwieriger Zeit erreicht." (in der "Schwäbischen Zeitung")

  • Die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU (KPV). Ihr Vorsitzender Christian Haase sagte dem "Handelsblatt":

"Ich werde mich für Annegret Kramp-Karrenbauer einsetzen, weil ich glaube, dass sie politisch am breitesten aufgestellt ist."

  • Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA). Diese ist mit rund 250 Delegierten auf dem Parteitag vertreten. Dem "Handelsblatt" sagte der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß: Dort gebe es eine "klare, eindeutige Mehrheit" für AKK.

Friedrich Merz

Friedrich Merz
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Friedrich Merz

  • Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident

"Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte" (in der "FAZ")

  • Günther Oettinger, EU-Kommissar

"Ich werde auf dem Parteitag Friedrich Merz wählen." (in der "Stuttgarter Zeitung")

  • Roland Koch, ehemals hessischer Ministerpräsident

"Er hat bewiesen, dass er auch ohne Regierungsamt eine wichtige Rolle für die CDU spielte. Ich bin mir sicher, er kann es auch heute noch."(im SPIEGEL)

  • Petra Roth, ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin

"Von der Basis weiß ich, dass sehr viele auf Friedrich Merz setzen. Ich kenne ihn schon sehr lange, und er hat meine volle Unterstützung. Mit ihm kann die CDU auch wieder Großstadtpartei werden." (in der "Bild"-Zeitung)

  • Der Bundesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, die mit 280 Delegierten auf dem Parteitag vertreten ist.
  • Die "Initiative für Friedrich Merz": Laut "Bild"-Zeitung haben rund 80 Menschen die Initiative aus Baden-Württemberg unterzeichnet.
  • Die Junge Union in Hessen: In einer Onlineumfrage haben sich 64,7 Prozent für Merz ausgesprochen, 23,7 Prozent für AKK und 11,6 Prozent für Jens Spahn.

Jens Spahn

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Jens Spahn

  • Philipp Amthor, laut einer Liste, die die "Bild am Sonntag" veröffentlichte.

Wer sich mit einer Positionierung zurückhält

  • Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin hat sich nicht geäußert. Doch ist davon auszugehen, dass sie sich Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin wünscht - und auch entsprechend wählt.
  • Armin Laschet: Inhaltlich steht er eher bei Merkel und AKK, aber zu einem konkreten Favoriten sagte der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens nichts. Sowohl Spahn als auch Merz kommen aus NRW. Laschet sagte, das Streitkonto in der Union sei überzogen. "Jetzt gilt es, das Konto mit guter Arbeit und Erfolgen auszugleichen." Laschet werden selbst Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur nachgesagt.
  • Ralph Brinkhaus: Der Unionsfraktionsvorsitzende sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk: "Ich bleibe da neutral, bis ich dann mein Kreuz mache."

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes wurde Wolfgang Schäuble fälschlicherweise als Bundespräsident bezeichnet. Schäuble ist Bundestagspräsident. Wir haben den Fehler korrigiert.

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