52 Reisetipps für 2019 "New York Times" empfiehlt gefährdete Orte - und München

Ökotourismus, Kopfsteinpflaster - und ganz viel Kultur: Die "New York Times" hat ihre Reisetipps für das Jahr 2019 herausgegeben. Auch zwei deutsche Städte haben es unter die 52 sehenswertesten Orte der Welt geschafft.

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Kopfsteinpflaster-Kurztrip in eine europäische Metropole oder Inselhüpfen in der Ferne? Foodie-Wochenende oder ein Wanderurlaub in den Bergen? Jetzt ist die perfekte Zeit, den Jahresurlaub zu planen (und vergessen Sie dabei nicht die Wochenenden)! Eine Unterstützung dafür kann die frisch aufgelegte Reisetipp-Liste der "New York Times" sein.

Unter der Überschrift "52 Places to Go in 2019" haben Dutzende Reporter und Korrespondenten 52 Orte zusammengetragen, die in diesem Jahre eine Reise wert sind. Darunter sind Ziele auf allen Kontinenten - und auch zwei deutsche Städte: München auf Rang 5 und Dessau auf Rang 26.

  • Die bayerische Landeshauptstadt ist aus Sicht der "New York Times" ein Paradies für Kulturfans. Ob Schauspiel, Kunst oder Oper - "München ist nur schwer zu schlagen", heißt es. Die Theater seien "unter den kreativsten und ehrgeizigsten in ganz Europa", lobt Autor Stuart Emmrich und hebt die Münchner Kammerspiele sowie das Residenztheater hervor. Die Museen hier seien "Weltklasse", speziell seit der Renovierung des Lenbachhauses mit seiner "Blauen Reiter"-Sammlung. Und die Bayerische Staatsoper sei dank Generalmusikdirektor Kirill Petrenko wohl das "beste Argument für einen München-Besuch".
  • Auch Dessau wird in der "New York Times" als lohnender Kultur-Kurztrip angepriesen - Anlass: 100 Jahre Bauhaus. Zwar feiern auch andere deutsche Städte das Jubiläum - darunter Berlin und Weimar - doch Dessau sei der überzeugendste Ort für alle Fans der wohl bedeutendsten Design- und Architekturschule. Nicht verpassen: das Bauhausgebäude von Walter Gropius, das Prellerhaus und das neue Bauhaus Museum.

Die Liste bündele "aufstrebende und faszinierende Destinationen", aber auch Orte, die bedroht sind, schreibt Amy Virshup, Leiterin des "Times"-Reiseressorts, in einem Artikel über die Entstehung der Sammlung. Die Redaktion habe den "Klimawandel zur Priorität" erkoren. "Bei welchen Orten laufen wir Gefahr, sie zu verlieren?", lautete eine der Leitfragen - wegen der globalen Erwärmung, dem steigenden Meeresspiegel und heftigeren und häufigeren Stürmen.

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"52 Places to Go": München, Friesland, Puerto Rico

Das Kalkül der "New York Times": Durchs Reisen an diese Orte kann die Gesellschaft Alarm schlagen. "Wir dachten, es könnte ihnen helfen, sie auf die Liste zu setzen." So erreichte Puerto Rico, ein Außengebiet der USA, gleich Platz eins.

  • Puerto Rico: Seit hier im September 2017 der Hurrikan "Maria" wütete, litt der Tourismus auf der Karibikinsel. Doch die Hauptattraktionen seien wieder geöffnet, schreibt die "Times" und verweist auf diverse Unterhaltungsangebote, die rund um San Juan demnächst eröffnen sollen - Kinos, Restaurants und ein Konzerthaus.
  • Ontarios Eishöhlen: Kanada zaubert im Winter ein besonderes Naturphänomen hervor - und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Im Februar sorgt starker Wind dafür, dass Schnee und Eis am Ufer des Oberen Sees zu gewaltigen Formationen gefriert. Aber: "Der Klimawandel lässt an ihrer Zukunft zweifeln", die Eishöhlen zählen zu den "Orten, wo die Schönheit des Winters auf dem Spiel steht".
  • Tahiti: Inselbewohner in Französisch-Polynesien sind vom Schmelzen der Eiskappen und dem Anstieg des Meeresspiegels direkt bedroht. Umso besser, wenn sich hier verstärkt Ökotourismus etabliert. Hotels bemühten sich dem Bericht nach immer mehr um einen besseren ökologischen Fußabdruck - und ein Luxusresort setze bereits auf eine mit Kokosnussöl betriebene Stromversorgung.
  • Dakar: Laut "New York Times" strotzt die Hauptstadt von Senegal vor positiver Energie. Hipster fänden hier "Design und Mode, die auch in New Yorker Showrooms passen würde", Surfer hätten mehr als ein halbes Dutzend Strände zur Wahl und etwas außerhalb gebe es jede Menge Attraktionen für Outdoor-Fans. Problem: Die Überfischung und ein rasanter Bevölkerungswachstum strapazierten die Region.

Doch nicht nur Nachhaltigkeit spielte bei der Wahl der 52 Reiseziele eine Rolle. Generell gelte: "Veränderung ist der Schlüssel", schreibt Amy Virshup. Wie hat sich eine Destination verändert? Warum muss man gerade jetzt hinfahren?

Folgende Städte und Regionen gelangten beispielweise unter die Tipps:

  • Aalborg: Die Stadt im Norden Dänemarks bekommt derzeit einen ganz neuen Look, besonders entlang des Hafens. Zu den Architekturperlen der einstigen Industriestadt zählen unter anderem das Musikkens Hus, ein kurven- und kantenreiches Konzerthaus, sowie das Utzon Center, das vom Architekten des Opernhauses in Sydney, Jørn Utzon, entworfen wurde. Außerdem verwandelt die Stadt gerade eine Akvavit-Destillerie in ein Viertel für Kreative.
  • Marseille: Auch sechs Jahre nachdem die Stadt Europäische Kulturhauptstadt war, "galoppiert die Erneuerung der Stadt nur so voran", schreibt Gastronomie-Kenner Alexander Lobrano. Junge Kreative kämen aus dem ganzen Land nach Südfrankreich, im Stadtteil Noailles eröffneten tolle Cafés und Restaurants, und besonders angetan hat es dem Autor eine Rösterei, die nicht nur guten Kaffee, sondern auch Schallplatten verkauft.
  • Friesische Inseln: Über diesen Tipp dürfen sich gleich drei Länder freuen - nämlich die Niederlande, Deutschland und Dänemark. "Times"-Autor Adam H. Graham hebt den nachhaltigen Tourismus auf den "windumtosten Inseln" hervor und empfiehlt Naturerlebnisse rund ums Wattenmeer, "Dark Sky Safaris" sowie Gastro-Events mit Austernbier und Austerneis.
  • Plowdiw: Die zweitgrößte bulgarische Stadt ist 2019 neben Matera Europäische Kulturhauptstadt - und erwartet viele Touristen, die erstmals über das Kopfsteinpflaster der Altstadt spazieren. "Dieses europäische Juwel ist bereit zum Glänzen", schreibt Ann Mah, Verfasserin des Reisetipps.
  • Auch für Outdoorfans sind zahlreiche Reiseziele im "Times"-Ranking enthalten: der neue Paparoa Track in Neuseeland, Klettern oder Skifahren im slowakischen Tatra-Gebirge oder Wandern und Pinguin-Gucken auf den Falklandinseln.

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    insgesamt 34 Beiträge
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    spon_3170549 10.01.2019
    1. Marseille & Wandern
    Marseille ist wirklich eine tolle Stadt und hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Nicht nur die Stadt ist interessant -man kann dort auch hervorragend Wandern: Unter www.kuestenwanderweg-marseille.de wird eine 5-tägige Wanderung beschrieben, die wir letztes Jahr im Oktober gemacht haben. Unglaublich schön!
    roflxd 10.01.2019
    2.
    Die Welt ist groß und hat sehr viel zu bieten. Wenn München zu den 52 sehenswertesten Orten der Welt gehört, bin ich der Papst. Es gibt auf diesem Planeten fast nichts, was so überbewertet ist wie München.
    hegoat 10.01.2019
    3.
    Was für blödsinnige Tipps. Nach München fahren, weil es dort einen tollen Generalmusikdirektor und Opern gibt, nach Dessau fahren, weil dort 100 Jahre Bauhaus gefeiert wird oder nach Aalborg fahren weil dort ein neues Neubauviertel entsteht. Ich glaube kaum, dass sich die meistens amerikanischen Leser der NYT davon anlocken lassen. Da gibt es Tausende Orte auf der Welt, die spannenderes zu bieten haben.
    intercooler61 10.01.2019
    4. bigott bis zynisch
    ... sind manche Empfehlungen aber schon: Bevor Tahiti absäuft, gönnt Euch noch einen Langstreckenflug dorthin, damit _Ihr_ es nochmal genießen könnt. Natürlich im Öko-Luxusresort. *kopfschüttel*
    radlrambo 10.01.2019
    5. Super
    noch mehr Touristen ist ja wohl das Letzte was München brauchen kann. Es muss endlich mal was gegen den Billigflug Overtourismus getan werden. Soll M etwa so enden wie Amsterdamm oder Barcelona? Geiz ist nicht immer geil, schon gar nicht auf Kosten zukünftiger Generationen, denen wir für einen Billigurlaub unseren wahnsinnigen CO2 Ausstoß zumuten.
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