Konflikt zwischen USA und China Dax fällt unter 11.000 Punkte

Die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China haben an den Börsen für einen Ausverkauf gesorgt. Der Dax rutschte um drei Prozent ab. Auch an der Wall Street setzt sich die Talfahrt fort.

Frankfurter Börse (Archiv)
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Ängste vor eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China haben den deutschen Aktienmarkt stark belastet. Der Dax rutschte unter 11.000 Punkte.

Als Auslöser gilt die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei in Kanada. Die USA drängen ihren nördlichen Nachbarn zur sofortigen Auslieferung der Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei. Die US-Justiz beschuldigt die Managerin, das US-Handelsembargo gegen Iran verletzt zu haben. China protestierte scharf gegen die Festnahme.

Weltweit sackten die Aktienmärkte nach dieser Nachricht ab. Analyst Gregor Kuhn von Emden Research sagte: "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt."

Hoffnung auf Jahresendrally dahin

Der Dax erreichte am Nachmittag mit 10.864 Zählern den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Das waren rund drei Prozent weniger als am Mittwoch. Damit summiert sich der Dax-Verlust seit vergangenem Montag auf rund 5,5 Prozent und im laufenden Jahr auf rund 15 Prozent. Der MDax büßte 2,8 Prozent auf 22.519 Zähler ein.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,6 Prozent. In New York fiel der Dow-Jones-Index im frühen Handel um 1,6 Prozent, während der breiter gefasste S&P 500 1,3 Prozent verlor. Die Technologiebörse Nasdaq gab 1,5 Prozent nach.

Mit dem Dax-Sturz unter 11.000 Punkte sei nun auch die letzte Hoffnung auf eine Jahresendrally geschwunden, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

"Neben den Sorgen rund um den Brexit und der Aussicht, dass Theresa May am kommenden Dienstag mit hoher Wahrscheinlichkeit ein politisches Waterloo im britischen Parlament erlebt, zerfällt auch die Hoffnung auf einen lang anhaltenden Waffenstillstand zwischen den USA und China im Handelskonflikt regelrecht zu Staub", kommentierte Jens Klatt, Vermögensverwalter bei JK Trading.

Vonovia legt zu

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Vonovia mit einem Plus von 0,7 Prozent an der Dax-Spitze. Für Deutschlands größten Immobilienkonzern laufen die Geschäfte dank steigender Mieten in den Metropolen und seiner jüngsten Zukäufe weiter gut. Bei dem erst vor Kurzem angehobenen Jahresziel für den operativen Gewinn sieht sich Vonovia auf Kurs und will 2019 noch mehr verdienen.

Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage als Folge eines eskalierenden Handelsstreits setzten auch dem Ölpreis zu. Hinzu komme der Streit über eine Förderbremse, sagten Börsianer. Die jüngsten Signale von Opec-Mitgliedern deuteten darauf hin, dass die Drosselung lediglich bei einer Million statt der erhofften 1,3 Millionen Barrel pro Tag liegen werde. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5,2 Prozent auf 58,36 Dollar je Barrel (159 Liter).

brt/dpa/Reuters

insgesamt 36 Beiträge
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dirkcoe 06.12.2018
1. Was solls?
Seien wir doch froh, dass wir unsere Altersversorgung nicht auf Aktien gestützt haben. Wer zockt kann halt auch verlieren.
j.vantast 06.12.2018
2. Mehr Fragen als Antworten
Welche Staatsangehörigkeit hat denn die Finanzchefin von Huawei? Muss ich jetzt als in Deutschland lebender Deutscher auch befürchten verhaftet zu werden weil ich gegen ein US-Gesetz verstosse, welches für mich als Deutscher aber nicht relevant ist? Trumps Verhalten ähnelt da mittlerweile sehr dem Verhalten von Erdogan, der ja auch versucht der ganzen Welt seine kuriose Rechtsauffassung aufzuzwingen.
nn280 06.12.2018
3. Neue Stufe der
US-Weltverbrecher: Präsident Trump schafft es möglicherweise, unsere Erde in den finalen Atomkrieg zu steuern und der letzte der USA-Präsidenten zu sein. Für unsere Erde wäre es ein Segen und ein Urteil des allmächtigen Schöpfers, der dem gegenwärtigen Sodom und Gomorrha 2 mit Feuer ein Ende setzt.
naive is beautiful 06.12.2018
4. so what
Die Deutsche Börse hat ebenso wie alle Weltbörsen lediglich die Verluste der US Börsen vom Vortag nachvollzogen. Wenn der Laut-Sprecher aus dem Oval Office am Montag erklären sollte, dass er wie immer falsch zitiert wurde, kehrt sich die wilde Fahrt umgehend in die Gegenrichtung. Wenn er dagegen einen Haftbefehl gegen Herr Putin ausstellen lässt, bricht an den Börsen Panik aus - zumindest bis zur nächsten 'Relativierung'. Heftigere Kursausschläge hat es in diesem Jahr ja wiederholt gegeben, diese sind fast ausnahmslos kurzfristig angst- bzw. giergetrieben und durch limitgesteuerte automatische Trades kräftig verstärkt. Die auslösenden Meldungen können für sich solche ruckartigen Bewegungen meist nicht rechtfertigen. Eine hausgemachte DAX-Jahresendrally wird nicht in Frankfurt, sondern an der Wall Street gestrickt. Dort kratzt man sich in letzter Zeit allerdings immer öfter etwas ratlos am Kopf angesichts der erratischen Signale aus dem nicht immer weisen Haus.
RenegadeOtis 06.12.2018
5.
Zitat von dirkcoeSeien wir doch froh, dass wir unsere Altersversorgung nicht auf Aktien gestützt haben. Wer zockt kann halt auch verlieren.
Manchmal frage ich mich, wie wenig man von Aktien überhaupt wissen kann. Was für ein Altersvorsorge-Konzept soll denn bitte von individuellen Tagesgewinnen und -verlusten abhängig sein?
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